Wer sein Haus umbaut, denkt häufig zuerst an den Grundriss, die Küche oder die Materialauswahl. Der sommerliche Wärmeschutz wird dagegen oft unterschätzt – obwohl heiße Sommer längst keine Ausnahme mehr sind. Dabei lassen sich viele Maßnahmen gegen überhitzte Räume bereits in der Planung berücksichtigen.
Hier sind unsere fünf wichtigsten Tipps, wie du dein Haus vor Hitze schützen kannst.
1. Sonne ins Haus – Wärme raus!
Fenster bringen Licht, Ausblicke und Wohnqualität – aber leider auch Wärme. Vor allem große Süd- und Westfenster können im Sommer erhebliche Hitze ins Haus bringen. Besonders kritisch sind Dachfenster: Durch ihre geneigte Lage trifft die Sonne deutlich direkter auf die Verglasung als bei senkrechten Fenstern. Dadurch ist der Wärmeeintrag wesentlich höher.
Deshalb analysieren wir im Kurs gemeinsam den Sonnenstand rund um dein Haus und überlegen, wie Fenstergrößen, Ausrichtung und Verschattung optimal zusammenspielen.
2. Warum ein Vorhang nichts kann
Einer der häufigsten Planungsfehler: Der Sonnenschutz wird erst nach dem Umbau mit Vorhängen oder Plissees gelöst.
Dabei ist ein außenliegender Sonnenschutz – zum Beispiel mit Raffstores, Rollläden oder textilen Screens – deutlich wirkungsvoller. Er hält einen Großteil der Sonnenstrahlen bereits vor dem Fenster ab, bevor sich das Glas überhaupt aufheizen kann. Innenliegende Vorhänge schützen zwar zuverlässig vor Blendung, die Wärme befindet sich dann jedoch bereits im Raum.
Zum Vergleich: Ein außenliegender Sonnenschutz lässt nur etwa 14 % der Wärme ins Haus, während es bei einem innenliegenden Sonnenschutz rund 37 % sind.
Keine Sorge, wenn du Rollläden optisch nicht magst oder Angst hast, am Ende im Dunkeln zu sitzen. Moderne textile Screens sind erstaunlich transparent. Sie halten die Hitze draußen, lassen trotzdem Tageslicht ins Haus und bewahren den Blick in den Garten. Gleichzeitig wirken sie oft eleganter und sind teilweise sogar günstiger als klassische Rollläden.
3. Frisches Lüftchen fürs alte – neue Haus
Ein angenehmes Raumklima entsteht nicht nur durch Verschattung, sondern auch durch gute Lüftungsmöglichkeiten.
Wenn sich gegenüberliegende Fenster öffnen lassen, entsteht eine natürliche Querlüftung. Besonders wirkungsvoll wird sie, wenn warme Luft zusätzlich über höher liegende Fenster oder Dachfenster entweichen kann. Denn warme Luft steigt bekanntlich nach oben. Dadurch entsteht ein natürlicher Luftstrom, der kühlere Luft nachzieht und das Haus spürbar abkühlt.
Mit einer clever geplanten Querlüftung lässt sich das Raumklima oft ganz ohne technische Hilfsmittel verbessern.
4. Damit du auf deiner Terrasse nicht zum Grillwürstchen wirst
Eine Terrasse in sonniger Südlage klingt zunächst verlockend. An heißen Sommertagen wird es dort jedoch häufig so heiß, dass du noch nicht einmal barfuß darüber laufen möchtest. Hinzu kommen die großen Fensterflächen, die du dir zur Terrasse wünschst und die dir bei einer Südausrichtung zusätzlich Wärme ins Haus holen.
Überlege deshalb schon bei der Planung, wie du deine Terrasse tatsächlich nutzen möchtest. Trinkst du deinen Kaffee am liebsten morgens in der Sonne? Dann kann eine Ostterrasse ideal sein. Genießt du lieber lange Sommerabende mit der Familie und Freunden? Dann bietet eine Westterrasse häufig mehr Wohnqualität.
Und wenn du beides möchtest? Dann kombiniere in deinem Umbau doch einen kleinen französischen Frühstücksbalkon im Osten mit einer größeren, begrünten Terrasse im Westen.
5. Keine Tomatenzucht im Wintergarten
Ein Wintergarten steht bei vielen Umbauprojekten ganz oben auf der Wunschliste. Viel Licht, der Blick in den Garten und das Gefühl, drinnen und draußen miteinander zu verbinden – das klingt erst einmal traumhaft.
Im Sommer verwandelt sich ein vollständig verglaster Wintergarten jedoch schnell in ein Gewächshaus. Das lässt vielleicht deine Tomaten gedeihen – dich selbst aber an heißen Tagen eher dahinwelken.
Deshalb lohnt es sich, den sommerlichen Wärmeschutz bereits bei der Planung mitzudenken.
Braucht der Wintergarten wirklich ein Glasdach? Ist eine vollständige Verglasung notwendig oder sorgen geschlossene, vielleicht sogar begrünte Dachflächen mit großen Fenstern für mehr Wohnqualität?
Und könnte eine flexible Trennung zwischen Wintergarten und Wohnbereich dabei helfen, im Sommer die Hitze und im Winter die Kälte besser zu kontrollieren?
Mit den richtigen Entscheidungen wird der Wintergarten zu einem Lieblingsplatz – statt zu einem Raum, den man an heißen Tagen lieber meidet.
Unser Fazit
Der beste sommerliche Wärmeschutz entsteht nicht erst nach dem Umbau, sondern bereits in der Planung.
Wer Fenster, Verschattung, Querlüftung und Außenbereiche frühzeitig mitdenkt, schafft ein Zuhause, das auch an heißen Sommertagen angenehm kühl bleibt – und gleichzeitig im Winter optimal von der Sonne profitiert.
In unserem Umbaukurs zeigen wir dir viele weitere Möglichkeiten, wie du das Raumklima deines Hauses allein durch intelligente Planung verbessern kannst – und das nicht nur im Sommer, sondern natürlich auch im Winter. Denn ein cleverer Grundriss sorgt nicht nur für schöne Räume, sondern auch für mehr Wohnkomfort – das ganze Jahr über.
Mach deinen Umbau zu deinem Lieblingsprojekt! Wir begleiten dich jede Woche mit bewährten Architektur-Tipps, Einladungen zu kostenfreien Webinaren und praktischen Checklisten für eine entspannte Planung.

Hinter Dein Umbauplan steht kein anonymer Algorithmus, sondern geballte Architektur-Erfahrung. Unser Ziel ist es, Hausbesitzer:innen das Wissen und die Sicherheit zu geben, ihren Umbau selbstbewusst, kostensicher und mit echter Freude zu planen. Wir sind zu viert.
Hier näheres zu den AutorInnen des Textes:
Dr. Ing. Lisi Wieser (Die Visionärin) Lisi ist Architektin, eingetragene Ziviltechnikerin und eine absolute Verfechterin der alltagstauglichen Architektur. Sie studierte an der Technischen Universität in Delft (NL) und in Wien. Seit 13 Jahren plant sie mit ihrer prämierten Plattform Architektur für Alle ausschließlich Einfamilienhäuser um und neu – eine Expertise aus über 250 geplanten Häusern, die ihr unter anderem den Frauenpreis der TU Wien 2025 einbrachte. Nach ihrer Promotion an der TU Berlin erscheint im Herbst 2026 ihr Architektur-Fachbuch im transcript Verlag. Lisi gibt ihr Wissen zudem regelmäßig als Lektorin an der TU Wien, in Fachmagazinen oder in Formaten wie dem Ö1-Podcast weiter. Auf Instagram teilt sie unter @architektur.fuer.alle fast täglich praxisnahe Tipps.
Anne Kiefer (Die Ästhetin) Anne verbindet professionelle Planung mit einem außergewöhnlichen Gespür für Materialien, Proportionen und Raumkonzepte. Als eingetragene Architektin der Architektenkammer Berlin (Nr. 19931) studierte sie an der HTWG Konstanz, der ETSAB Barcelona und absolvierte ihren Master of Science an der TU Berlin. Bereits dort entdeckte sie in der Lehre am Fachgebiet Entwerfen und Baukonstruktion ihre Begeisterung dafür, komplexe Architekturthemen greifbar zu vermitteln. Vor der Gründung von Dein Umbauplan wirkte sie bei Raumlabor Berlin an nachhaltigen Konzepten mit und verantwortete bei Sunder-Plassmann Architekten fünf Jahre lang als Projektleiterin anspruchsvolle Umbau- und Kulturbauprojekte von der Skizze bis zur Fertigstellung. Parallel entwickelt sie Gestaltungskonzepte für kulturelle Institutionen und Galerien. Anne hilft unseren Kund:innen, die verborgenen Potenziale alter Häuser zu erkennen und sie in Wohnräume mit starker Persönlichkeit zu verwandeln.
Wir sind aber zu viert. Uns ergänzen Martin und Lorenz mit tiefgreifendem IT-Wissen, Hands-On Expertise, technischer Präzision und Kostensicherheit. Gemeinsam begleiten wir dich von der ersten Idee bis zum fertigen Zuhause.

